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  von Kathrin Witsch  
 
 
 
 
 
 
 
Freitag, 13. Juli 2018
 
Liebe Leserinnen und Leser,
 
 
 
 
 
lange hatte man ja Angst, dass es nicht genug Öl auf der Welt gibt. Heute weiß man: es gibt genug. Nur ist die Menschheit nicht mehr so abhängig von dem schwarzen Stoff. Noch erwirtschaften Konzerne wie BP, Shell, Total oder Exxon ihren Umsatz zu 80 Prozent mit dem Verkauf von Benzin, Diesel oder Kerosin. Der Boom der erneuerbaren Energien und ein steigender Anteil von Elektroautos führt aber über kurz oder lang dazu, dass der Verbrauch des einstigen Wachstumsgaranten der Multis stagniert.
 
 
 
 
 
 
 
17
 
Millionen Barrel Öl pro Tag wird laut Opec-Staaten der Tagesbedarf der Petrochemie im Jahr 2040 betragen.
 
 
 
 
 
 
 
Und anstatt diese Chance zu nutzen, suchen die Ölkonzerne ihr Heil in der Kunststoffproduktion. Denn die Petrochemie wird Benzin und Diesel als wichtigsten Wachstumstreiber der Industrie ablösen. Grund dafür ist der steigende Plastikkonsum der Weltbevölkerung. Die Opec-Staaten gehen in ihrem World Oil Outlook davon aus, dass der Tagesbedarf der Petrochemie von heute zwölf Millionen Barrel Öl pro Tag auf fast 17 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2040 ansteigt.
 
 
 
 
 
Dabei reden die Ölkonzerne seit Jahren davon, wie wichtig ihnen Nachhaltigkeit mittlerweile ist. Gerade erst hat die britische BP Chargemaster, den größten Ladenetzbetreiber für E-Autos in Großbritannien, für 145 Millionen Euro gekauft. Schließlich wolle man auch etwas zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen – den man vorher wohlgemerkt mitverursacht hat. Von 25 Unternehmen, die laut einer Studie des Climate Accountability Instituts und des Carbon Disclosure Projekts für mehr als die Hälfte der industriellen Treibhausgase seit 1988 verantwortlich sind, kommen 18 nämlich aus der Ölbranche.
 
 
 
 
 
EIN TROPFEN AUF DEN HEIßEN STEIN

Die grünen Ambitionen sind mit Blick auf die Zukunftspläne der Milliardenkonzerne also nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Dagegen ist die Wette auf den steigenden Plastikverbrauch der Menschheit eine sichere Bank. Immerhin wurden allein von 1950 bis heute über acht Milliarden Tonnen Kunststoff erzeugt, das entspricht in etwa dem Gewicht von 80 Millionen Blauwalen.
 
 
 
 
 
Aktuell ist die gesellschaftliche Debatte um den daraus resultierenden Plastikmüll zwar lauter als gewöhnlich, aber das dürfte den krisenerprobten Ölgiganten wenig ausmachen. Wenn sie sich über die Jahre an eine Sache gewöhnen konnten, ist es ihr Image als Umweltsünder. Jetzt tauschen sie eben Sprit gegen Kunststoff.
 
 
 
 
 
Denn die fossilen Giganten wissen ganz genau, dass sie sich auf eines immer verlassen können: Der Widerspruch zwischen Wollen und Handeln ist riesig. Und noch beliebter als Plastikverbote ist nur der gedankenlose Gebrauch von Plastik.

Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
 
 
 
 
 

Unterschrift, Kathrin Witsch, EB, Energie, Briefing, Signature
Kathrin Witsch
Redakteurin im Ressort Unternehmen und Märkte
 
 
 
 
 
 
 
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